23.07.2018
16:47 Alter: 145 days

Stellungnahme zur Veröffentlichung des Gesundheitsministeriums Brandenburg im Zusammenhang mit dem brandenburgischen Pharmahändler Lunapharm (Kopie 1)

Jena, 23. Juli 2018. Am 20. Juli 2018 hat das Gesundheitsministerium Brandenburg Listen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, welche Unternehmen von Lunapharm, einem brandenburgischen Pharmahändler, Arzneimittel bezogen haben. Auch Medipolis wird in der „Liste 2“ genannt und hat im Januar 2017 das zur Krebsbehandlung verwendete Medikament „Alimta“ viermal über Lunapharm bestellt. Bei dem aktuellen Geschehen und den Analysen rund um Lunapharm handelt es sich um einen großen Vertrauensverlust. Die Arzneimittelgesetzgebung und das Arzneimittelüberwachungssystem in Deutschland sind explizit dafür ausgelegt, genau solche Vorfälle zu verhindern.

Die Medipolis Unternehmensgruppe ist ein pharmazeutischer Komplettversorger aus Mitteldeutschland. Ein Schwerpunkt ist die Herstellung patientenindividueller Zubereitungen. Als Apotheke mit angeschlossenem Herstellbetrieb verfügt Medipolis für seine Herstellbetriebe über die Herstellungserlaubnis nach §13 des Arzneimittelgesetzes. Zudem findet die Fertigung gemäß der strengen europäischen Richtlinien der GMP statt. Somit unterliegt Medipolis einer kontinuierlichen Überwachung, die durch die Behörden regelmäßig alle zwei Jahre wahrgenommen und durchgeführt wird. Als Herstellbetrieb unterliegt Medipolis weiter dem Qualitätssicherungssystem für Arzneimittelhersteller. Alle Herstellungsprozesse sind schriftlich geregelt und die Ausführungen werden lückenlos dokumentiert.

Im Rahmen der Produktion bezieht Medipolis Arzneimittel von freigegebenen Herstellern und Lieferanten. Zum Qualitätssicherungssystem von Medipolis gehört eine umfangreiche und kontinuierliche Lieferantenqualifizierung. Grundlage für die Lieferantenfreigabe ist unter anderem die Sicherstellung, dass die Lieferanten über die behördliche Genehmigung verfügen und durch die zuständigen Behörden überwacht werden. Lunapharm war im Rahmen der Lieferantenqualifizierung vollkommen unauffällig. Es lagen alle Behördengenehmigungen vor, sodass es sich aus Unternehmenssicht um einen seriösen Anbieter handelte. Auch beim Wareneingang wurden die Produkte damals hinsichtlich der Qualität bewertet und keine Auffälligkeiten festgestellt. Medipolis muss auf die Einhaltung der Lieferketten von Arzneimittelherstellbetrieben und Arzneimittelgroßhändlern vertrauen.

Warum Arzneimittel aus dem Ausland nach Deutschland importiert, anschließend mit deutscher Packung und einer deutschen Packungsbeilage ausgestattet und letztlich in Deutschland zu günstigeren Preisen verkauft werden, ist für die meisten schwer nachvollziehbar, aber rechtlich eindeutig geregelt. Die Arzneimittel verfügen über eine europäische oder deutsche Arzneimittelzulassung, ohne die ein Arzneimittel nicht verkehrsfähig ist.

Initiativen, die das Prozedere der Importe verhindern wollten, scheiterten bisher an den Krankenkassen. Die Krankenkassen verpflichten Apotheken seit Jahren einen Teil ihrer Arzneimittel als sogenannte Reimporte abzugeben. Verstoßen Apotheken gegen die Quote, müssen sie Strafen zahlen. Auch der Kostendruck, der durch die Krankenkassen vor allem im sensiblen Bereich der Zytostatikaversorgung aufgebaut wird, zwingt Apotheken solche Reimporte zu kaufen, da die Krankenkassen die Kosten für die Originalware nicht mehr vollständig übernehmen. Medipolis hält sich an alle Richtlinien, Gesetze und Qualitätsbestimmungen. Apotheker prüfen sehr gewissenhaft, welche Lieferanten und Reimporteure eingesetzt werden. Die Prüfung basiert auf behördlicher Dokumentation und Überwachung. Dem muss jeder vertrauen können, sonst ist die Arzneimittelsicherheit in Gefahr!